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1.5.2011 Der Papst wird selig gesprochen, der Altar mit seinem Blut geweiht. Reliquien.

Sonntag Mai 1, 2011

Gestern war ich ein wenig bei den Dornaper Kalksteinbrüchen wandern. Vorbei an Bächen, durch Wälder, über Hügel. Bei einer Rast an einem Stein hörte ich ein klägliches Wimmern. Ich schaute ein wenig ins Unterholz und entdeckte eine kleine zusammengekauerte Nonne.
“Was hast du, warum weinst du?” fragte ich. “Ach, ich habe wohl einfach zu lange gerastet und die Schönheit betrachtet, mit der der Herr die Natur gesegnet hat. Und jetzt habe ich auf dem rechten Knie Moos angesetzt!” Ich bat sie, ihr Gewand ein wenig anzuheben und schaute mir  das vermooste Knie an. “Oh, das juckt bestimmt ganz fürchterlich”, sagte ich, “aber ich kann dir helfen, denn ich habe einen grünen Daumen.
Mit meinem Daumen kratzte ich ein wenig Kalk aus den umliegenden Steinen, streute es auf das vermooste Knie der kleinen Nonne. Es dauerte einen Moment, ich bot ihr einen Schluck aus meiner Flasche mit Grapefruit-Rote-Bete-Schorle an. Aber dann fiel das Moos einfach ab.

Die Nonne dankte mir aufs Herzlichste.

Heute Morgen erreichte mich dann ein Einschreiben. Genauer gesagt, eine päpstliche Bulle. Die kleinen Nonne hatte wohl von ihrer spontanen Heilung berichtet. Ich soll selig gesprochen werden! Nun ist Selig-Sein ja ganz bestimmt einer der schönsten Zustände, die man erreichen kann; ich bins jedenfalls gern. Ich glaube, da gehe ich mal hin. Etwas irritert bin ich noch, weil die Altarsegnung offenbar nur mit Blutreliquien erfolgen kann. Naja. Ich pack dann mal ein paar Damenbinden ein.

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